Ziemlich genau vor einem Jahr fiel für mich der Startschuss für das bisher bedeutendste und entscheidendste Projekt: Meine Gesundheit.

Wenn ich daran denke, habe ich das Untersuchungszimmer noch genau vor mir. Mein Mann, meine kleine Tochter (damals noch nicht einmal neun Monate alt) und ich saßen im Marienhospital Stuttgart auf zwei Stühlen bzw. im Buggy und hörten die Ärztin sagen: „Hat Sie bisher schon jemand informiert?“, wir verneinten die Frage, woraufhin sie antwortete: „Es tut mir leid Ihnen das mitteilen zu müssen, Sie haben Brustkrebs“.

Stille.

Ganz langsam kreisten sich meine Gedanken um diese Nachricht – mir schoss direkt in den Kopf „Krebs? Was passiert mit meiner kleinen Tochter?“.

Ich hörte, wenn auch wie von oben auf die ganze Situation blickend und nicht selbst auf dem Stuhl sitzend, der Ärztin zu. Noch war ich gefasst. Mein Mann hielt meine Hand. Die Ärztin erklärte, welche Art von Krebs sie diagnostiziert hatten, dass mein Krebs Triple Negativ hieß und was das bedeutete, welche Schritte jetzt bevorstanden – im Detail war alles durchgeplant. Tag für Tag. Ich war erstaunt über die extreme Taktung. Gefasst war ich bis zu dem Zeitpunkt, als die Ärztin den Behandlungsplan des Marienhospitals fertig erklärt hatte und dann dazu überging, mir zwei zusätzliche Termine, die ich selbst vereinbaren sollte, ans Herz zu legen.

  • 1. einen Termin beim Humangenetiker

  • 2. einen Termin im Kinderwunschzentrum

Ich fragte sie, so uninformiert und überrumpelt ich zu diesem Zeitpunkt war, wieso diese Termine notwendig sind. Bei der Antwort zum Termin im Kinderwunschzentrum schließlich schossen mir sofort Tränen in den Kopf. „Es könnte sein, dass Sie durch die Chemotherapie unfruchtbar werden, daher empfehlen wir Ihnen im Voraus diesen Termin, da vorbeugende Maßnahmen eingeleitet werden können, sofern Sie das wünschen.“

Jetzt war es um mich geschehen. Brustkrebs mit 29 Jahren – okay. Aber sollte der Krebs nun wirklich mein komplettes Leben auf den Kopf stellen? Was passiert noch alles mit mir, wenn die Chemotherapie sogar meine Fruchtbarkeit beeinflusst? Werde ich die Therapie überhaupt überstehen?

Sacken lassen.

Die Ärztin schlug vor, noch eine weitere Biopsie der Lymphknoten auf der rechten Seite vorzunehmen, da die Lymphknoten auf der linken Seite, auf der auch der Tumor saß, befallen waren.

Danach fuhren wir mit dem Auto nach Hause – und klärten den ersten Zusatztermin ab.

Kaum zuhause angekommen, schrieben die Nachbarn, natürlich nichtsahnend, ob wir Lust hätten eine Runde Fahrrad auf den Spielplatz und zur Eisdiele mitzufahren. Da im Kinderwunschzentrum zu dieser Uhrzeit sowieso niemand mehr zu erreichen war, entschied ich mich sofort für diese willkommene Ablenkung – das Leben ging doch weiter, oder?

Mein Mann haderte mit sich, ging noch kurz ins Büro – entschied sich dann aber auch dazu, mitzukommen.

Ein entscheidender Freund und Begleiter war, weil wir ihm die Nachricht aus dem Marienhospital übermittelten, mittlerweile, als ich mit dem Fahrrad aus der Garage kam, extra mit dem Auto zu uns nach Hause gekommen – das wussten wir nicht, weshalb es mir total Leid tat, ihm zu sagen, dass wir jetzt eine Runde Fahrrad fahren würden. Aber er war da! Und er blieb auch während der Behandlung an meiner Seite!

In einem der nächsten Beiträge werde ich über die ersten Termine und Untersuchungen berichten.

Insgesamt bin ich während der kompletten Zeit immer offen mit der Krankheit und allen Fragen dazu umgegangen. Diesen Umgang möchte ich auch hier gerne fortführen. Du darfst mir daher jederzeit deine Fragen entweder per Mail, per Kontaktformular oder über die Kommentare zukommen lassen – ich werde darauf gerne meine persönlichen Antworten geben.

Mein Ziel ist, dir als Betroffener, Familienmitglied, Freund Mut zu machen – Mut in einer Zeit, die von viel Ungewissheit geprägt ist.

Viele Grüße

Stephie

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